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Oekobilanz Haferdrink
Ökobilanz von Haferdrink als Beispiel für Nachhaltigkeitsunterschiede bei zentraler und dezentraler Produktion
Sophie Schwinn und Christof Menzel
Kurzfassung:
Die Lebensmittelindustrie in Deutschland verarbeitet Lebensmittel in großen, zentralisierten Fabriken. Eine dezentrale Produktion dagegen, die auf lokaler Produktion in kleinem Maßstab basiert, ist in letzter Zeit als Alternative aufgekommen. Um Vor- und Nachteile der Systeme aufzuzeigen, werden für ein Beispiel beider Produktionssysteme (Haferdrink) Ökobilanzen mit der Software „Umberto 11“ und auf Basis von Daten aus ecoinvent 3.9.1 modelliert. Die Ergebnisse zeigen, dass der allgemeine Wechsel von Kuhmilch zum Haferdrink den CO₂-Ausstoß auf ein Viertel reduziert. Zusätzlich senkt die Umstellung von zentraler auf dezentrale Produktion die Emissionen in der Kategorie Klimawandel um weitere 20 %, was hauptsächlich auf das geringere Transportgewicht und die effizientere Herstellung des Haferdrinks zurückzuführen ist.
Schlagworte:
Ökobilanz, Lebensmittelproduktion, Haferdrink, Zentral, Dezentral
Life cycle assessment of oat milk as an example of sustainability differences in centralized and decentralized production
The food industry in Germany processes food in large, centralized factories. Decentralized manufacturing, on the other hand, based on small-scale local production, has recently emerged as an alternative. In order to show the advantages and disadvantages of the systems, life cycle assessments are modeled for an example of both production systems (oat drink) using the software „Umberto 11“ and based on data from ecoinvent 3.9.1. The results show that the general change from cow milk to oat drink reduces CO₂ emissions to a quarter. In addition, the conversion from centralized to decentralized production reduces emissions in the climate change category by a further 20 %, which is mainly due to the lower transport weight and more efficient production of the oat drink.
life cycle assessment, food production, oat milk, centralized, decentralized
10.23782/HUW_11_2024
Gefrierlagerung und Verbraucherverhalten
Gefrierlagerung: Ein Schlüssel zur nachhaltigeren Verpflegung im Haushalt? Analyse des Verbraucherverhaltens und Ableitung von Handlungsempfehlungen
Astrid Klingshirn, Benjamin Eilts, Anna Kunze, Nathaly Lessau und Elisabeth Schrake
Kurzfassung
Der vorliegende Beitrag untersucht das Verbraucherverhalten bei der Gefrierlagerung im Haushalt, um Potenziale für eine nachhaltigere Nutzung und Innovationsfelder zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung zu identifizieren. Basierend auf einer Online- und ethnografischen Studie werden Aspekte wie gelagerte Lebensmittelkategorien, Lagerdauer und Lagerprobleme analysiert. Das Potenzial einer nachhaltigen Gefrierlagerung wird durch unstrukturierte Systeme, zu lange Lagerzeiten und unzureichende Nutzung zur Vermeidung von Frischwarenverlusten nicht voll ausgeschöpft. Innovationsstrategien umfassen digitale Bestandssysteme und die Stärkung der Verbraucherbildung.
Schlagworte
Gefrierlagerung, Lebensmittelverschwendung, Lagerdauer, Verbraucherverhalten, Nachhaltigkeit
Freezer Storage: A key to more sustainable household food management? Analyzing consumer behavior and deriving actionable recommendations
This paper examines consumer behavior in household freezer storage to identify potential for more sustainable use and innovation fields to further reduce food waste. Based on an online and ethnographic study, aspects such as stored food categories, storage duration, and storage issues are analyzed. The potential of sustainable freezer storage is not fully utilized due to unstructured storage systematics, excessive storage times, and insufficient use to prevent the loss of fresh food. Innovation strategies include digital inventory systems and strengthening consumer education.
Freezer storage, food waste, storage duration, consumer behavior, sustainability
10.23782/HUW_10_2024
Außerschulische Lernorte
Außerschulische Lernorte (ALO) am Beispiel „Weinberg“ zur Förderung von Verbraucherkompetenzen in der Primarstufe
Anna Habicht und Michaela Schlich
Die vorliegende Studie leistet einen Beitrag zur Didaktik außerschulischer Lernorte (ALO) in der Verbraucherbildung der Primarstufe. Auf wissenschaftlicher Grundlage bezüglich der Effizienz außerschulischen Lernens, der Erlebnispädagogik sowie der Mediendidaktik wird exemplarisch ein rhythmisiertes Lernangebot entsprechend des Jahreskreises im Weinberg konzipiert. Die Konzeption verbindet durch einen digitalen Lernpfad erlebnispädagogische Strukturmerkmale mit dem kooperativen Lernen am ALO Weinberg. Die Ergebnisse zeigen, dass die Konzeption sowohl motivations- als auch lernförderlich ist und insgesamt eine Kompetenzentwicklung hinsichtlich der Verbraucherbildung bei Grundschulkindern zu verzeichnen ist.
Außerschulischer Lernort, Verbraucherbildung, Verbraucherkompetenz, Primarstufe, Erlebnispädagogik
Extracurricular places of learning (EPL) to improve the consumer literacy at primary school on the example “vineyard”
The actual study presents a contribution to the didactics of extracurricular places of learning (EPL) for the consumer education at primary school. Based on science regarding adventure-based learning and media didactics, a concept of learning opportunities is developed using a vineyard as an example for extracurricular places of learning. The concept combines adventure-based learning with cooperative learning at primary school, additionally by means of a digital learning path. The results show that the concept is able to support motivation and learning of the children. In sum, the evaluation observes a development of competencies in consumer literacy among the primary school children.
Keywords
Extracurricular place of learning, consumer education, consumer literacy, primary school, adventure-based learning
10.23782/HUW_09_2024
Finanzielle Resilienz
Finanzielle Resilienz im privaten Haushalt
Heide Preuße, Stefanie Bödeker und Birgit Bürkin
Es gehört zu den Anforderungen privater Lebensführung, schwierige Lebenslagen zu bewältigen, die aufgrund ungünstiger interner Veränderungen oder externer Einflüsse entstanden sind. Im vorliegenden Beitrag wird untersucht, wie das weit verbreitete Konzept der Resilienz auf finanzielle Fragen privater Haushalte übertragen werden kann und welche Maßnahmen und Hilfen sich für Fachkräfte der finanziellen Bildung und Beratung daraus ableiten lassen. Die Ausführungen stellen den Haushalt als sozialökonomische Einheit in den Mittelpunkt.
Bewältigung, Finanzkompetenz, Privathaushalt, Resilienz, Risikofaktoren, Schutzfaktoren
Financial resilience in the private household
One of the requirements of private life is to cope with difficult life situations that have arisen due to unfavorable internal changes or external influences. This article examines how the widespread concept of resilience can be applied to financial issues in private households and what measures and assistance can be derived from it for financial education and counselling professionals. The explanations focus on the household as a socio-economic unit.
coping, financial literacy, private household, resilience, risk factors, protective factors
10.23782/HUW_08_2024
Ernaehrungskompetenz in Familien
Ernährungskompetenz in Familien: Wissensstand, Bedarfe und Optimierungspotentiale
Jo-Ann Fromm, Elena Bubser, Petra Warschburger, Andrea Maier-Nöth und Astrid Klingshirn
Ernährungskompetenz in Familien ist entscheidend, um ernährungsmitbedingte Erkrankungen zu vermeiden. Allerdings sind die Kompetenzen begrenzt, ebenso deren Transfer in den Familienalltag. Basierend auf der Analyse der Nutzung eines Rezeptbuches für Familien wird untersucht, welche Kompetenzbereiche im Alltag umgesetzt werden, und welche Ansätze geeignet sind, den Praxistransfer zu fördern. Internet und Kochbücher werden am häufigsten als Quellen für Rezepte und für den Kompetenzerwerb genutzt. Besonderes Interesse besteht in den Bereichen Speisenplanung, Zubereitung und Essverhalten. Kindliche Partizipation findet v. a. passiv im Zuge der Speisenplanung statt. Abendessen und Wochenend-Mahlzeiten bieten Potential, um aktive Partizipation und Kompetenzerwerb bei Kindern zu steigern.
Ernährungskompetenz, Kinderernährung, Familienalltag, Ernährungsinformation, Partizipation
Food literacy in families: Competencies, needs and optimization potential
Food literacy in families is essential to prevent diet-related diseases. The competencies in food and nutrition are limited, as is their transfer into everyday life. Based on the analysis of the usage of a recipe book for families it is investigated which competencies are implemented in everyday life, and which approaches are suitable to promote further transfer. Internet and cookbooks are the most frequently used sources for recipes and competence acquisition. There is particular interest in the areas of meal planning, preparation and eating behavior. Participation of children is mainly passive in the course of meal planning. Dinner and weekend meals offer potential to increase children’s active participation and competence acquisition.
Keywords:
Nutrition competence, child nutrition, everyday family life, participation, nutritional information
10.23782/HUW_02_2024