Originalartikel (full paper)

Originalartikel (full paper) sind wissenschaftliche Beiträge als Erstveröffentlichung, die zweifach nach international gültigen wissenschaftlichen Standards begutachtet werden (double peer review).

Ernährungsversorgung von Familien

Titel:

Zwischen selbst Gekochtem, Thermomix und Schulverpflegung – Innen­ansichten der Ernährungsversorgung von Familien mit erwerbstätigen El­tern

Autor/in:

Nina Klünder

Kurzfassung:

Vor dem Hintergrund gesellschaftlich veränderter Rahmenbedingungen geht der Beitrag der Frage nach, wie erwerbstätige Mütter die Ernährungsversorgung in ih­ren Familien gestalten. Dafür werden acht leitfadengestützte Einzelinterviews mit erwerbstätigen Müttern geführt und mit der qualitativen Inhaltsanalyse nach May­ring ausgewertet. In den interviewten Familien existieren drei Mahlzeitenrhyth­men, wobei die Mittagsversorgung am Werktag außer Haus stattfindet. Die Fami­lienmahlzeit findet werktags am Abend statt, bei der die sozial-kommunikativen Aspekte des Essens im Vordergrund stehen. Insgesamt ist die Übernahme der Be­köstigungsarbeit stark emotional besetzt, deren Verantwortung nach wie vor über­wiegend bei den Müttern liegt.

Schlagworte:

Essalltag, Beköstigungsarbeit, Mahlzeitenmuster, Erwerbstä­tigkeit, Eltern

Title:

Between Self-Cooked, Thermomix and School Meals – Interior View of Food Work in Families with Employed Parents

Abstract:

The article analyses how working mothers organise the food work in their families. Therefore, eight guideline-based interviews with employed mothers are conducted in Germany and analysed with qualitative content analysis according to Mayring. Three meal rhythms are found in the explored families and especially midday meals at the weekdays were eaten out. In the evenings on weekdays, the family meals are eaten at home with all family members. So the social-communicative aspects of eating are in focus. Yet, the meal preparation is an emotionally charged task und the organisation is still at the mothers.

Keywords:

food work, meal preparation, meal patterns, parental labour, force participation

DOI:

10.23782/HUW_21_2018

Hormonell wirkende Stoffe in Kosmetik

Titel:

Häufigkeit hormonell wirkender Stoffe in Kosmetikprodukten von Studen­tinnen und Studenten

Autor/in:

Dirk Bunke, Marie Peschers, Franca Lersch und Margarita Nuss

Kurzfassung:

Hormonell wirkende Stoffe können bei Menschen und in der Umwelt zu schweren Schädigungen führen. In Kosmetikprodukten sollten diese Stoffe daher nicht ent­halten sein. In Europa erlaubt die Kosmetikverordnung, 16 solcher Stoffe hinzu zu setzen. Grenzwerte sollen sicherstellen, dass keine Schäden auftreten. Angesichts der nachgewiesenen Schadwirkungen und der offenen Fragen zur Bewertung der Stoffe wäre der Verzicht der bessere Weg. Aber wie häufig sind diese Stoffe tat­sächlich in Haarshampoo, Deos und Mascara enthalten? Die Studie mit Studentin­nen und Studenten der pädagogischen Hochschule Freiburg mit mehr als 500 Kos­metikprodukten zeigt, dass laut Datenbank der ToxFox-App mehr als 1/3 der Pro­dukte solche Stoffe enthalten. Unnötig – denn in allen Produktgruppen gibt es auch Alternativen ohne hormonell wirkende Stoffe. Die App „ToxFox“ erlaubt die Unter­scheidung im Geschäft noch vor dem Kauf.

Schlagworte:

Kosmetik, Haushaltsprodukte, Hormonell wirkende Stoffe, Chemi­kalien, ToxFox

Title:

Frequency of hormonally active chemicals in cosmetics used by students

Abstract:

Endocrine disruptive chemicals can cause severe damages for human health and the environment. Therefore, they should not be present in cosmetics. In Europe, the Cosmetics Regulation allows the use of sixteen hormonally active chemicals. Limit values shall ensure that no damages occur. In face of the adverse effects, which already took place and considering the uncertainties in the scientific assess­ment of these substances, avoidance of these substances is the more con­vincing option. How frequent are these substances used in shampoo, deodorant or mas­cara? This study assesses more than 500 products, actually used by students of the University for Education in Freiburg. According to the data­base of the ToxFox-App, more than 30 % of the products contain hormonally active substances. Un­necessarily – in all product groups, alternatives without such chem­icals are avail­a­ble. The app “ToxFox” allows the distinction at the point of sale.

Keywords:

cosmetics, household products, hormonally active substances, chem­icals, ToxFox

DOI:

10.23782/HUW_11_2017

Referenzbudgets als Existenzminima

Titel:

Referenzbudgets in ihrer Bedeutung als sozial-kulturelle Existenzminima – dargestellt am Beispiel von Erfahrungen aus einem europäischen Pilot­projekt

Autor/in:

Heide Preuße

Kurzfassung:

Die Frage, was Menschen mindestens zur Deckung von Grundbedürfnissen und sozialer Teilhabe benötigen, beantworten sozialpolitisch ausgerichtete Wissen­schaftler und Professionelle der sozialen Arbeit bzw. aus Verbraucherorganisatio­nen in verschiedenen europäischen Ländern auch mit Hilfe von Referenzbudgets. Diesen methodischen Ansatz, der auf Warenkörben basiert, hat ein von der EU-Kommission gefördertes Projekt im Zeitraum 2014/2015 weiterentwickelt. Die the­oretische Fundierung und praktische Erprobung in allen EU-Ländern hat das Ziel, eine einheitliche Methodik zu entwickeln, die vergleichbare Ergebnisse liefern kann trotz länderspezifischer kultureller, ökonomischer und sozialer Unterschiede. Der Beitrag zeigt die erzielten Ergebnisse und Erfahrungen aus Sicht der deutschen Beteiligten auf.

Schlagworte:

Referenzbudget, Existenzminimum, Ernährungswarenkorb, Fokusgruppendiskussion

Title:

The relevance of reference budgets as a minimum level required to adequately participating in society – an illustration of the experiences from a European pilot project

Abstract:

In many European countries, scientists or professionals of social work and con­sumer organizations are using reference budgets as a tool to determine the re­sources, which are necessary for people to achieve an acceptable standard of liv­ing, covering basic needs and social inclusion. Reference budgets are priced bas­kets of goods and services. In 2014/2015, European Commission funded a pilot project aimed at developing a common methodology for reference budgets for all EU countries that enables cross-country comparisons despite the country-specific cultural, economic and social differences. This article reports the results and ex­periences gathered by national country teams from the German point of view.

Keywords:

reference budget, basic security, food basket, focus group discussion

DOI:

10.23782/HUW_01_2018

Studierende reflektieren ihr Konsumhandeln

Titel:

Studierende reflektieren ihr Konsumhandeln – Ergebnisse einer qualitativen foto-basierten Erhebung. [Originalartikel / eingereicht 09.04.2017 / angenommen 19.09.2017]

Autor/in:

Martina Metz

Kurzfassung:

Eine nachhaltige Transformation des Konsums ist in globalen Ländern des Nordens dringend notwendig. Nach Renn (2002: 46) ist es wichtig, „einen selbst-reflektie­renden Dialog über die eigene Lebensweise der Menschen ins Leben zu rufen, ohne das Ergebnis dieses Dialogs im Einzelnen vorbestimmen zu wollen“. Ziel dieses Artikels ist es Erkenntnisse zum Konsumhandeln und seiner Nachhaltigkeit bei Stu­dierenden darzustellen. Die Methodologie wird als „Forschung in der Lehre“ bezeichnet. Die Datenerhebung findet als qualitatives Experiment und mittels reflexiver Fotografie statt. Studie­rende präsentieren im Rahmen einer Lehrveranstaltung das eigene Konsumhan­deln als Fotodokumentation und reflektieren ihr Handeln. Viele Studierende bezie­hen sich auf externe Faktoren als Einflüsse auf ihr Konsum­handeln, z.B. Familie und Wohnumfeld. Insgesamt erscheint das Maß an nachhal­tigem Handeln eher gering. Als Hauptgründe werden eine Orientierung an günsti­gen Preisen und ein gleichzeitiger Konsumdruck identifiziert.

Schlagworte:

Selbstreflexion, Konsum, Nachhaltigkeit, Kompetenzen

Title:

Students reflect on their consumption behavior – Results of a qualitative photo-based survey.

Abstract:

In affluent countries of the North, consumption urgently needs a transformation towards sustainability. According to Renn (2002: 46) it is important to initiate a process of self-reflecting dialogue on one’s own lifestyle without predetermining in detail the results of this dialogue. The aim of this article is to present insights into students’ consumption habits and their degree of sustainability. The methodology is called “Research in Education”. Data has been collected during a qualitative experiment applying reflexive photography. University students pre­sented and reflected on their consumption behavior with the aid of a photo presen­tation as part of a university course. Many students refer to external factors, e.g. family and the living environment, as factors influencing their consumption behavior. Overall, their consumption beha­v­ior’s degree of sustainability appears rather limited. As main reasons appear the students’ orientation to low prices and a concurrent pressure to shop.

Keywords:

self-reflective, consumption, sustainability, competencies

DOI:

10.23782/HUW_04_2017

Lebensmittelzubereitung als Alltagskompetenz

Titel:

Lebensmittelzubereitung als Alltagskompetenz fördert die Fein­motorik – eine orientierende Untersuchung an Grundschülern

Autor/in:

Maria Punstein und Michaela Schlich

Kurzfassung:

Motorik und insbesondere Feinmotorik sind für die Alltagsbewältigung von großer Bedeutung. Gerade die Zubereitung von Lebensmitteln zeigt außerordentliches Entwicklungspotential für die Kindesentwicklung, übrigens auch als kulturelle Brü­cke zur Förderung der Integration. Eine orientierende vierwöchige Studie mit acht Grundschulkindern gibt erste Einblicke in deren feinmotorischen Entwicklungsver­lauf. Hierbei werden einmal wöchentlich für jeweils drei Stunden ausgewählte Re­zepte zubereitet und der sachgemäße Umgang mit Küchenutensilien vermittelt. Nach den bisher vorliegenden Erfahrungen ist von einem großen Entwicklungs­potential in der Ernährungsbildung auszugehen, zur Entwicklung der Feinmotorik und Förderung der Alltagskompetenzen der Kinder.

Schlagworte:

Lebensmittel, Grundschule, Feinmotorik, Ernährungsbildung, Alltagskompetenz

Title:

Food preparation improves the fine motor skills – an orienting study at a primary school

Abstract:

Motor activity and fine motor skills are essential for the accomplishment of every­day life. Food preparation shows an extraordinary potential on fine motor skills development of children, incidentally as cultural support of integration. A four-week research with eight primary school pupils gives insight into the progress of fine motor skills. The pupils prepared a selected recipe each week at a time slot of two hours and learned the handling of kitchen utensils. The first results show that the process of food preparation can influence the fine motor skills positively. Ad­ditionally, the detection of the potential of nutritional knowledge is worthwhile at primary schools and indispensable for the development of children.

Keywords:

Food, Primary school, Fine motor skills, Nutritional education, Life skills

DOI:

10.23782/HUW_08_2017

Haushalten mit (zu) wenig Geld – Empirische Ergebnisse einer qualitativen Untersuchung von Arbeitslosengeld II-Beziehern

Titel:

Haushalten mit (zu) wenig Geld – Empirische Ergebnisse einer qualitativen Untersuchung von Arbeitslosengeld II-Beziehern

Autor/in:

Tatjana Rosendorfer

Kurzfassung:

Haushalte in prekären Einkommensverhältnissen stehen vor der Herausforderung, die Daseinsvorsorge mit (zu) wenig Geld zu gewährleisten. Der Beitrag stellt die sozialrechtlichen und sozioökonomischen Bedingungen des Haushaltens von Ar­beitslosengeld II-Beziehern dar. Daran schließen sich empirische Ergebnisse einer qualitativen Studie an, in der Haushalte im Arbeitslosengeld II-Bezug an verschie­denen Standorten in Deutschland untersucht worden sind. Der empirische Blick in die Haushaltsführung zeigt, dass die Daseinsvorsorge nicht nur von den Fähigkei­ten, sondern maßgeblich von innerfamilialen Dynamiken und dem Familienselbst­bild bestimmt ist. Fallbeispiele illustrieren, wie Haushalte mit wenig Geld wirtschaf­ten, wie Ressourcen verteilt und Bedürfniskonflikte gelöst werden, und wie die Alltagskultur der Familien geprägt wird.

Schlagworte:

Haushaltsführung, Arbeitslosengeld II, Armut, innerfamiliale Dynamik, qualitative Studie

Title:

Running households with (too) little money – Empirical results of a quali­tative study of recipients of German unemployment benefit

Abstract:

Households with precarious earning capacities have to face the challenge of safe­guarding their livelihoods with (too) little money. This article depicts the socio-economic and social-legislative conditions of the recipients of German unemploy­ment benefits (Arbeitslosengeld II), followed by empirical results of a qualitative study regarding households receiving German unemployment benefits (Ar­beitslosengeld II) in different locations in Germany. From an empirical viewpoint, not only the familial abilities to run the household determine the household man­agement, but also significantly the internal family dynamics and the self-percep­tion as a family itself. Examples illustrate how households with little money subsist, how resources are distributed, how conflicts of want are resolved and everyday culture is formed.

Keywords:

running household, unemployment benefits, poverty, family dynam­ics, qualitative research

DOI:

10.23782/HUW_02_2017